Parkfest Eckartsau
 

Interreg IIIA – Nationalpark Tourismus Donau-Auen: Ein Projekt mit vielen Facetten

Der Schlosspark von Eckartsau umgibt das historische gleichnamige Schloss und ist Teil des Nationalpark Donau-Auen. Das Areal des Schlossparks ist ein seit jeher von Individualbesuchern als auch von Nationalpark-Exkursionsgruppen gerne genutzter Bereich. Aus Besuchersicht spielt der Schlosspark eine zentrale Rolle, ist er doch die Vorstufe zum Betreten der „wilden“ Au. Neben der bestehenden Nationalpark-Informations- und Buchungsstelle im Schloss Eckartsau gibt es im Umfeld des Schlossparks ein dicht markiertes Wanderwegenetz, welches seit 2005 auch zum Teil rollstuhlgerecht gestaltet ist. Im Nahbereich des Schlossparks befindet sich das Nationalpark-Jugendlager Meierhof Eckartsau – hier werden Projektwochen für Schulklassen abgehalten. Weiters wurde nahe dem Schloss ein Parkplatz für Besucher gestaltet und ausgewiesen.

Im Zuge der Planung und Errichtung eines Nationalpark-Zentrums im Schloss Orth und den damit zusammenhängenden Umfeld-Maßnahmen in Eckartsau, Stopfenreuth und Hainburg wurde auch die touristische Infrastruktur für Besucher im Schlosspark von Eckartsau und den angrenzenden Flächen in den vergangenen Jahren erweitert. Die im Rahmen des Projektes errichteten Besuchereinrichtungen sollen die zentrale Rolle verstärken und die Bedeutung des Schlossparks auch in naturräumlicher Sicht hervorheben.

Maßnahmen:

- Errichtung einer Holzsteganlage im Bereich eines Tümpels Die Wasserlebewesen im Nationalpark Donau-Auen erfreuen sich Jahr für Jahr einer steigenden Beliebtheit vieler Exkursionsgruppen. Um dem Besucher diese verborgenen Lebensgemeinschaften auf spannende und interaktive Weise näher zu bringen, wurde eine Holzsteganlage mit Seilfähre an einem artenreichen Gewässer errichtet. Durch diese Anlage ist für Exkursionsgruppen ein intensiver Kontakt mit dem Element Wasser und seinen Lebewesen möglich.

- Errichtung einer Beobachtungshütte („gedeckter Unterstand“) im Bereich eines verlandenden Altarmes Die besonders artenreichen Lebensräume im Zusammenspiel von Wasser und der umgebenden Landschaft (Schilf- und Uferbereiche) können von einer Beobachtungshütte aus erkundet werden. Diese komplett gedeckte und mit Sichtfenstern ausgestattete Holzhütte lädt zum Verweilen und Beobachten ein. Der geduldige Besucher kann mit etwas Glück Eisvogel, Graureiher und Co. aus nächster Nähe betrachten.

Projektziele:

- Verstärkung der kultur- und naturräumlichen Bedeutung des Schlossparks Die Rekonstruktion des zuletzt teilweise verwilderten Schlossparks nach historischen Vorlagen ist ein wesentlicher Betrag zur Sicherung des kulturhistorischen Erbes. Mit den neuen Einrichtungen, welche vor allem auf die Erlebbarkeit der Natur abzielen, lassen sich die kulturelle und naturräumliche Bedeutung verbinden.

- Bewusste Erlebbarkeit des Schlossparks Aufgrund der Anzahl an touristischen Einrichtungen im Schlosspark ist eine längere Verweildauer der Besucher zu erwarten.

- Verstärkte Attraktivität und thematische Benutzbarkeit der Einrichtungen Die Einrichtungen stehen im Zuge von Führungen den von der Nationalpark-Verwaltung betreuten Exkursionsgruppen zur Verfügung. Die Beobachtungshütte kann auch von Individualbesuchern während der Saison tagsüber besucht werden.

- Schaffung von Anknüpfungspunkten zur umgebenden Aulandschaft Die Landschaft der Auen schließt unmittelbar an den Schlosspark an. Die geplanten Einrichtungen schaffen diesbezüglich Sichtfenster und lassen erahnen, welches Naturerlebnis den Besucher in der Au erwartet.

Eckartsau: Neue Konzepte für Schloss, Park und Au

Jahrhunderte lang waren die Donau-Auen östlich von Wien exklusives Jagdgebiet der Habsburger. In dieser langen Zeit brauchte sich niemand Gedanken über neue Verwendungszwecke zu machen. Es galt, ein berühmtes Jagdgebiet mit guten Wildbeständen zu betreiben und zu erhalten, dazu noch ein standesgemäßes Jagdschloss samt umgebendem Park. Nach Ende der Monarchie blieb es zunächst ähnlich. Der historische Schlosspark jedoch verwilderte mehr und mehr, und in den Auen rückte die Holznutzung in den Vordergrund.

Eine neue Chance eröffnete sich 1996 nach der Gründung des Nationalpark Donau-Auen, der großteils die ehemals kaiserlichen Jagdgebietsflächen umfasst. Für die Auen wurden neue, naturschutzorientierte Managementpläne erstellt. Mit Unterstützung des Bundesdenkmalamtes wurde ein Mehrjahresplan zur Wiederherstellung des Schlossparks Eckartsau in Auftrag gegeben, das so genannte Parkpflegewerk. An der Umsetzung wird seither seitens Österreichische Bundesforste AG zielstrebig gearbeitet. Gemeinsam mit den Schlossparkanlagen in Eisenstadt, Bruck an der Leitha, Fertöd, Rusovce und Marchegg ist der Schlosspark in Eckartsau auch Teil des grenzüberschreitenden, EU-Geförderten Parknetzwerkes „Die großen Gärten“.

Mit der heute in Betrieb gehenden, nahe dem Parkgelände errichteten Wildtierbeobachtungshütte sowie der neuen Steganlage am Schlossweiher wurden jetzt zusätzliche Attraktionen geschaffen. Durch die stark gestiegenen Besucherzahlen ist der Schlosspark mittlerweile zu einem Hauptanziehungspunkt für Nationalpark-Besucher und damit zu einem wichtigen Element der Besucherlenkung geworden.

Das Schloss selbst erlebt derzeit eine Generalsanierung der Außenfassaden, die mit Jahresende zum Abschluss kommen wird. Die Kosten der Renovierung werden von der Österreichischen Bundesforste AG getragen, das Bundesdenkmalamt steht beratend zur Seite. Für die touristische Nutzung des Kaiserschlosses gibt es neu entwickelte Konzepte. Wir freuen uns über Ihr Kommen!

Erlebnis Schlosspark: Gut geführt und auf eigene Faust

Ein neues Programm für Gruppen wird im Schlosspark angeboten, doch auch ein individueller Spaziergang auf Kaisers Spuren lohnt sich zu jeder Jahreszeit.

Tümpel-Programm im Schlosspark Eckartsau

Die neu errichtete Steganlage macht die Suche nach der Vielfalt an Wasserlebewesen zu einem wahren Erlebnis. Über einen Holzsteg gelangt man zu einer schwimmenden Plattform, für die besonders Abenteuerlustigen ermöglicht eine Seilfähre die Überquerung des Wassers. Unter fachkundiger Betreuung und mit Kescher und Lupe ausgerüstet werden Ruderwanzen, Schwimmkäfer, Libellenlarven und Co. erforscht.

Termine: 4. Juni, 15. Juni, 15. August, jeweils um 14.00 Uhr, Dauer: ca. 3 Stunden Alter: 6 – 12 Jahre, Mindestteilnehmerzahl: 10 Personen Kostenbeitrag: Kinder € 7,50, Begleitpersonen € 5,- Anmeldung bis 3 Tage vor dem Veranstaltungstermin: Nationalpark-Infostelle Eckartsau, Tel. 02214/2335-18

Der Kaiserweg im Schlosspark

Das Schloss Eckartsau, inmitten des historischen Schlossparks gelegen, ist Ausgangs- und Endpunkt dieses Wanderstrecke. Beim Spaziergang am Kaiserweg können Sie den Spuren Kaiser Karls I. folgen, war dieser Weg doch seine Lieblingsroute. Der Wegverlauf befindet sich ausschließlich im 27ha großen Schlosspark und zeigt die historische Einflussnahme des Menschen auf diesen Landschaftsteil. So bewegt man sich entlang einer barocken Lindenallee (Ost-West-Achse), überquert künstliche Wasserarme und spaziert vorbei an alten Baumriesen. Gerade für botanisch interessierte Besucher ist der Schlosspark eine wahre Fundgrube, wurde doch im Lauf der Jahrhunderte eine Vielzahl fremdländischer Gehölze gepflanzt. Nach Abschluss des Spaziergangs bietet sich der Besuch der Nationalpark-Informationsstelle im Schloss Eckartsau an. Um jede Beunruhigung der Wildtiere und eine Schädigung des Ökosystems zu vermeiden, bitten wir Sie, die markierten Wege nicht zu verlassen.

Ausgangspunkt: Schloss Eckartsau Markierung: Blau, Länge: 2 km Charakter: bequemer Spaziergang durch eine Parklandschaft, rollstuhlgerecht.

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